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Intelligente Knete – Warum ich keine mehr kaufe!

16. August 2019

Intelligente Knete, auch i-Clay oder Craze magic dough, ist in letzter Zeit in aller Munde. Ich war sehr skeptisch und der Meinung, die magische Knete ist derselbe Blödsinn wie der Magic Sand, der seit dem Kauf nur in seiner Box – oder im Bett – rumliegt. Doch seit ich von TipToi doch positiv überrascht wurde, gebe ich auch Spielzeugen und Materialien, die ich für Blödsinn halte, eine Chance und habe dem Betteln der Mädels nachgegeben. Unsere Erfahrungen damit – und ob ich meine Meinung über die magische Knete überdenken musste – das erfährst du jetzt. Viel Spaß!

Magische Knete i-Clay Craze dough

Magische Knete soll ja alles können: Sie trocknet nicht aus, sie springt wie ein Flummy, sie lässt sich kneten und (mehr oder minder) formen, man kann sie endlos auseinander ziehen und auseinander reissen, sie wechselt ihre Farbe durch Wärme oder die Sonne, leuchtet im Dunkeln, blinkt und glitzert, irisiert, leuchtet unter Schwarzlicht usw. Welche Stoffe dafür unter die „Knete“ gemischt werden, das hat übrigens Bundesinstitut für Risikobewertung untersucht – mit beunruhigenden Ergebnissen:

Bei der Herstellung verwenden Spielzeugproduzenten unter anderem Borsäure. Diese Borsäure kann sich beim Spielen durch Hautkontakt, durch Lutschen, Kauen oder Verschlucken von der Knete lösen und in den kindlichen Körper gelangen. Das BfR hat nun bewertet, welches gesundheitliche Risiko von borsäurehaltiger Hüpfknete ausgeht und hat festgestellt, dass Kinder beim Spielen mit der Knete schon soviel Borsäure aufnehmen, dass bei dieser denkbaren regelmäßigen Exposition die täglich tolerierbare Aufnahmemenge (maximal 0,1 mg Bor pro Kilogramm Körpergewicht) schon fast erreicht wird. Ein gute Nachricht gibt es jedoch: Wird der Grenzwert überschritten ist nicht mit einer akuten Gesundheitsschädigung zu rechnen. Trotzdem sind die Folgen daraus noch nicht hinreichend erforscht.

Bundesinstitut für Risikobewertung: Gesundheitliche Bewertung Nr. 014/2005 des BfR vom 27. Oktober 2004

Wen wundert’s, schließlich ist die Zauberknete ein Zufallsprodukt des 2. Weltkrieges und entstand bei der Forschung nach einem Ersatzstoff für die Produktion von Reifen und Dichtungen. Ursprünglich war diese von Dr. Earl Warrick entwickelte Knete also nicht als Kinderspielzeug angedacht, warum Stoffe auf Silikonbasis sowie aus Sauerstoff und Bor genutzt wurden. Trotzdem, das möchte ich ergänzen, erfüllt die magische Knete aus den USA die EU Sicherheitsvorschriften für Kinderspielzeug, die aktuell noch keine Grenzwerte für Bor in Kinderspielzeug vorsehen!

Craze magic Dough magische Einhornknete für Kinder giftig
Zauberknete in allen erdenklichen Farben und Formen soll Kinder anlocken

Bor, Formaldehyd und Mineralöl-Rückstände

Leider ist Bor nicht das einzige Problem der magischen Knete. Klassische Knete auf Wachsbasis gilt als pädagogisch wertvolles Spielzeug gilt (fördert Motorik und Kreativität) und so hat Ökotest auch die magische Knete überprüft: Ist diese ebenso wertvoll für Kinder? Dabei hat Öko-Test leider gleich mehrere Stoffe entdeckt, die für Kinder gefährlich werden können, u.a. Mineralöl-Rückstände (MOAH) und Formaldehyd, beide können schon in kleinsten Mengen krebserregend sein.

Warum greifen Eltern, trotz Bedenken, zur intelligenten Knete?

Ich denke, viele Eltern sind sich der Gefahr nicht bewusst, schließlich wirbt die Knete damit, völlig geruchsneutral, ungiftig, ohne Weizen und Gluten und frei von Weichmachern wie BPA zu sein. Außerdem – das muss ich zugeben – macht die Knete Kindern Spaß (wenn dieser bei uns auch nicht lange angehalten hat): Die Knete springt, krümelt nicht, zerfließt, ja man kann sie sogar zerschlagen. Auch viele Erwachsene nutzen die (ungenutzte) Knete ihrer Kinder mittlerweile als Anti-Stress-Ball – denn wie normale klassische Knetmasse ist diese magische Knete nicht zu nutzen. Plastilin ist formbar und man kann ganze Städte und Figuren daraus formen. Mit diesem magischen Knetgummi geht das nicht! Dafür haben sich meine Mädels andere Sachen damit einfallen lassen:

  • Sie haben sie auf der Schreibtisch-Unterlage zerrieben und damit Flecken gemacht, die erst nach mehrmaligen Waschen wieder einigermaßen raus gegangen sind.
  • Sie haben die Knete in die Hosentasche gesteckt, wo sie sich nun nicht mehr lösen lässt und die Kleidung zusammen klebt.
  • Sie haben die Zauberknete mit hellen T-Shirts genutzt, die nun verfärbt sind und Flecken haben
  • Sie haben die Knete mit ins Bett genommen, sodass ich Kissenbezüge wegschmeissen und einem der Mädels die Haare zum Teil abschneiden musste.
  • Alles klebt. Klebt. Klebt.

Und letztendlich hatten die Mädels gar keine Lust mehr auf die intelligente Knete, die eben nicht wie Knete ist. Aber das kennen wir ja schon vom Sand, der eben auch kein Sand ist.

Sind eure Kinder begeistert von der magischen Zauberknete?

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