Haustiere

Ein Welpe zieht ein – Vier Tipps für den Start in ein gemeinsames Leben

1. Juli 2019

Am Montag wird unsere Hündin Susi 27 Monate alt und die Sturm und Drang Phase geht so langsam dem Ende zu. Zeit für einen Rückblick: Was haben wir die letzten zwei Jahre mit Hund erlebt, was würde ich heute anders machen und andersrum, was würde ich wieder genauso machen. Heute teile ich meine besten Tipps für den Start in ein gemeinsames Leben mit deinem Hund: Viel Spaß! 

Was-wir-aus-der-Welpenzeit-mit-unserem-Familienhund-gelernt-haben
Die erste Woche im neuen Zuhause (etwa 3 ½ Monate alt)

Die Hundebox

Unsere Hündin Susi kennt die Hundebox erst seit Kurzem. Wir haben sie als Welpe nicht an eine Hundebox gewöhnt, dabei bietet diese so viele Vorteile – nicht nur beim Autofahren oder im Urlaub (wo unsere Hündin den Vorhang des Bungalow angeknabbert hat). Solltest du also demnächst einen Welpen holen, schaffe dir unbedingt gleich eine Hundebox an: Dein Welpe wird sehr schnell lernen, dass die offene Box ein gemütlicher und ruhiger Rückzugsort in seinem neuen Zuhause ist. Später kann dann die positiv verknüpfte Box in der Erziehung sehr hilfreich sein, zum Beispiel:

  • kann die Hundebox bei der Stubenreinheit unterstützend eingesetzt werden
  • kann dein Welpe in der Box auch mal unbeobachtet kurz alleine bleiben
  • kann dein unsicherer oder ängstlicher Hund sich dort zurückziehen (z.B. wenn Besuch kommt)
  • kann ein hibbeligger oder gestresster Hund in der Box zur Ruhe kommen und Entspannung lernen
  • ist die Box eine sichere Transportmöglichkeit im Auto

Wie du deinen Welpen oder Junghund an die Box gewöhnst, kann du in vielen Artikel nachlesen. Ein sehr gutes Video zum Boxentraining findest du unter diesem Link bei DOGsTV.

Die richtige Hundeschule

Leider gibt es immer noch Hundeschulen, die mit sehr dominantem Training arbeiten, mit Bestrafung oder aversiven Hilfsmitteln. Einige Trainer bilden sich ach nicht regelmäßig fort und tragen Wissen weiter, dass nicht mehr aktuell ist – nur, weil man das früher so gedacht hat (ohne es wissenschaftlich untersucht zu haben).

Achte deshalb bei der Auswahl deiner Hundeschule darauf, dass es die Trainer ehrlich mit dir und deinem Hund meinen: Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Trainer meinen, besser als du zu wissen, was für deinen Hund gut ist. Stelle deshalb auch mal Fragen und vor allem – höre auf dein Bauchgefühl!

Wenn du dir übrigens aktuelles Wissen aneignen möchtest, kann ich dir das Buch „Hunde-Forschung aktuell: Anatomie, Ökologie, Verhalten“* aus dem Kosmos-Verlag ans Herz legen.

Ein Beispiel für veraltetes Wissen kann ich dir auch noch geben: Wir haben viele Trainer und Hundeschulen besucht und ich habe immer wieder gehört, ich soll meinen Hund, der aus Angst bellt, wenn Fahrräder auf ihn zu rasen, auf keinen Fall hochnehmen. Wo mir das doch mein Bauchgefühl so gesagt hat. Diese Trainer meinten, dass Hochnehmen in meine Arme würde die Angst nur verstärken. Heute weiß ich: Das Gegenteil ist der Fall! Die Zuwendung durch den Menschen zum Hund in Angstsituationen führen zu einer klar messbaren Beruhigung der Atemfrequenz und des Pulses1 – und das spricht nicht gerade für Verstärkung der Angst. Mehr dazu findest du auch bei Trainieren statt Dominieren – bei Martin Rütter und besonders toll beschrieben auch bei Genkibulldog!

1 Human Analogue Safe Haven Effect of the Owner: Behavioural and Heart Rate Response to Stressful Social Stimuli in Dogs

Alles zeigen, was dir wichtig ist – vom Zähneputzen & Aufzügen

Wenn dein Welpe zu dir kommt, kannst du ihm nach und nach über die nächsten Wochen alles zeigen, was dir wichtig ist. Viele Bücher geben Ratschläge, was du mit deinem Welpen in den nächsten Wochen machen solltest, z.B. Bahn fahren, das Platz üben, den Tierarzt besuchen usw. Hol dir da gerne Inspiration, aber denk daran: Du musst dich nicht 1:1 an das Programm und die Empfehlungen halten. Unsere Susi liegt heute noch nicht gerne im Platz und wenn du auf dem Land wohnst, und nie U-Bahn oder Bahn fährst, musst du das natürlich auch nicht trainieren. Dafür kannst du beispielsweise deinen Hund an Hühner, Kühe & Co. gewöhnen.

Was du nicht vergessen solltest, ist, deinen Hund von Anfang an daran zu gewöhnen, dass er überall angefasst wird: im Maul, an den Pfoten, zwischen den Zehen, in den Ohren usw. Ich habe das von Anfang an immer mal wieder im Alltag eingebaut und mit dem Kommando „untersuchen“ belegt. Auch das Zähne putzen kannst du deinem Welpen von Anfang an schmackhaft machen.

PS: Auf der Suche nach einem guten Buch für die Welpenzeit? Folgende Bücher haben mir besonders gefallen:
Grunderziehung für Welpen: Fichtlmeiers Hundeschule*
José Arces Welpenbuch: Ein gutes Team von Anfang an – erziehen mit Bauchgefühl*

Der sichere Rückruf

Unsere Hündin hat als kleiner Welpe nicht die Box kennengelernt, sie wurde nie auf ihre Decke geschickt oder musste unbedingt ins Platz, auch wenn der Boden nass und matschig war – doch eines musste unsere Susi von Anfang an lernen: Ein Pfiff (mit unserer Hundepfeife*) bedeutet, ich muss sofort zu meinem Besitzer zurück!

Der Rückruf sollte von Anfang an mit dem Welpen eingeübt werden. Denke dabei daran, dass du deinen Welpen eben nicht gerade dann zu dir rufst, wenn er etwas Interessantes entdeckt hat, z.B. einen Schmetterling oder einen Jogger. Dann verknüpft dein Welpe das Rückruf-Kommando falsch und wird das Signal irgendwann ignorieren. Am besten übst du den Rückruf in einer reizarmen Umgebung, erst mit einer kurzen Leine, später mit einer Schleppleine. Zur Belohnung gibt es dann Futter, ein Spielzeug, einen Ball oder den Freilauf. Viel Spaß beim Training und mit deinem neuen Welpen! 

Du möchtest gerne wissen, welche Tipps andere Hundehalter für dich haben? Dann schau doch mal vorbei bei Midoggy, der Community von Hundehaltern für Hundebegeisterte.

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