Haustiere Südtirol

Ein persönlicher Blick auf den Tierschutz in Südtirol

3. März 2020

Vier Tierfreunde haben am 06.11.1980 den ersten Südtiroler Tierfreundeverein gegründet. Bis heute möchte der Verein jegliches Tierleid verhindern und die Bevölkerung für die Rechte der Tiere sensibilisieren. Was aber hat sich seit 1980 im Tierschutz in Südtirol getan – und hat sich die Situation in den letzten Jahrzehnten gebessert? Heute wage ich einen persönlichen Blick!

Katzennachwuchs? – Opa kümmert sich drum!

unsplash-logoWolfgang Hasselmann

Ganz im Magazin-Charakter nehme ich auf diesem Blog immer wieder auch lokale, aktuelle Themen auf – ob nun die Sommerbetreuung der Kinder bis zu den familienfreundlichen Weihnachtsmärkten im Land. Heute möchte ich mich in diesem Artikel u.a. einem Verein widmen, der seit 1980 um das Wohlergehen der Tiere in Südtirol bemüht ist: Der Südtiroler Tierfreundeverein EO -Associazione Amici Animali Altoatesini ODV. Gegründet in Meran, kümmern sich heute 12 Tierfreunde aktiv um den Schutz der Tiere und 130 Mitglieder unterstützen mit Ihrem Mitgliedsbeitrag Projekte im ganzen Land. Leider ist aber die Mitgliedszahl in den letzten Jahren rückläufig (einst waren über 1000 Mitglieder im Verein und 67 davon aktiv ehrenamtlich tätig): Ist Tierschutz in Südtirol nicht mehr wichtig? Oder braucht es die Tierschutzvereine nicht mehr?

Der Südtiroler Tierfreundeverein feiert heuer sein 40-Jähriges Bestehen

Tierschutz ist heute erfreulicherweise vielen Menschen ein Anliegen: Egal ob es um den Schutz des Wolfes geht, um die Rettung aussterbender Tierarten oder um die Jagd auf Wildtiere. Bei den ganzen Spenden an die Koalas und Kängurus gerät aber leider der Tierschutz im eigenen Land immer mehr in den Hintergrund. Da habe ich mir die Frage gestellt, ob es denn die Tierschutzvereine – heute gibt es über zehn Südtiroler Tierschutzvereine – überhaupt noch braucht? Oder ob die Tierschützer vor Ort nur nicht laut genug sind, da sie sich nicht nackt in Blut wälzen?

unsplash-logoDaniel Park

Unkastrierte Katzen & kranke Kitten sind das Hauptproblem in Südtirol

Wenn ich so darüber nachdenke, wird es wohl Letzteres sein, denn die Not vieler Tiere ist immer noch da! Immer wieder begegnen mir erbärmliche Hofhunde, viel zu dünn, zum Teil in elender Kettenhaltung, offensichtlich krank – aber nicht in tierärztlicher Behandlung, Kitten, um die sich „Opa kümmert“ – und leider immer noch viel zu viele Kleintiere, die nicht artgerecht gehalten werden.

„Entweder wurden sie ausgesetzt oder man wollte sie beseitigen! Oder sie sind in einem viel zu kleinen Käfig eingesperrt und liegen im eigenen Dreck.“

Tabea Berger

Um die schutzlosen Kleintiere kümmern sich seit 2015 Tabea Berger und Ihre Mama mit dem Tierschutzverein „Hilfe für Tiere in Südtirol“. Sie retten Meerschweinchen, Kaninchen – aber auch Hunde und Pferde – aus nicht artgerechten Tierhaltung und geben Ihnen ein Zuhause (bis zur Vermittlung oder im Gnadenhof bis zum Schluss) . Sie – und alle anderen Tierschützer – lieben Tiere, widmen ihnen Ihre Freizeit und den größten Teil Ihres Lebens und finanzieren sich dabei ausschließlich durch Spenden – die oft nicht ausreichen.

Sie (u.a. der Tierschutzverein „Hilfe für Tiere in Südtirol“, der Südtiroler Tierfreundeverein, der Verein Tierheim Naturns – der selbst aktuell große Schwierigkeiten zu bewältigen hat, der Tierschutzverein Überetsch-Unterland, der Tierschutzverein Bruneck-Gadertal, der Verein Tierheim Obervintl, der Tierschutzverein Südtiroler Tierparadies hilft, die Initiative Tierrechte Südtirol, der Tierschutzverein Oberpustertal und viele weitere) sind diejenigen, die ihre ganze Energie für die hilflosesten Geschöpfe verwenden, wohl wissend, dass sie rein finanziell keinen Vorteil daraus ziehen werden: Und das ist ein Punkt, der den (lokalen) Tierschutz wohl auch für Politiker wenig interessant macht. Erst 1986 brachte Dr. Oskar Peterlini den ersten Entwurf des Tierschutzgesetzes im Land ein, dass auch italienweit eines der ersten Gesetzesartikel zum Schutz von Tieren war.

Konditionierte-Entspannung-beim-Hund-Silvester
Tiere sind Lebewesen mit Gefühlen!

Seit Inkrafttreten des Tierschutz hat sich einiges geändert – aber es gibt immer noch viele Schrauben, an denen es zu Drehen gilt. Ich habe mit der 65-Jährigen Elke Kirch aus Klausen gesprochen; sie selbst nimmt jedes Jahr über 50 Katzen bei sich auf – pflegt sie gesund und vermittelt sie. Seit 2018 ist Sie Präsidentin des „Südtiroler Tierfreundeverein EO -Associazione Amici Animali Altoatesini ODV“.

Elke ist eine spirituelle Frau, sie bastelt gerne und steht jeden Tag schon um 5 Uhr morgens auf, um sich um Katzen zu kümmern: Liebevolle Zuwendung, Medizin einflößen, füttern – an vielen Tagen steht sie auch nachts alle 2-3 Stunden auf. Seit 20 Jahren ist Elke im Tierschutz aktiv – nicht karrieremäßig, denn kein Tier kann bezahlen. Die Kosten für die Pflege und Kastration der Tiere werden dabei alleine vom Verein getragen – und die freiwillige Spende der neuen Besitzer reicht oft nicht aus, um die vorherigen Kosten zu decken. Dennoch freut sich Elke mit jedem vermittelten Tier, das in ein artgerechtes Zuhause umziehen darf, wo es geliebt wird.

Wer ein Tier hält, muss für seine artgerechte Behandlung, Betreuung, Unterbringung sowie für eine regelmäßige und angemessene Ernährung sorgen.

Das Südtiroler Tierschutzgesetzt ist heute überholt!

Warum gibt es immer weniger Menschen wie Elke, die sich für die Tiere im eigenen Land einsetzen? Das finde ich sehr schade. Klar, auch mir liegt das Leid des Eisbären am Herzen (im letzten Jahr habe ich dazu ein Projekt im Kindergarten gemacht, um am Beispiel der Eisbären für den Klimawandel und den Umweltschutz zu sensibilisieren) und auch ich wünsche mir, dass endlich die grausamen Tiertransporte von Kälbern und anderen Nutztieren in Drittländer aufhören – doch wir sollten das Leid, das direkt vor unseren Haustüren passiert, nicht vergessen. Nicht einfach wegsehen. Tierschutz ist etwas, dass uns alle betrifft: jung und alt, Deutsche, Italiener, Menschen jeglicher Muttersprache und Herkunft!

Tierschutz | Das kannst du tun!

Tierschutz | Das kannst du tun!

  • Lass dein Tier kennzeichnen und registrieren (auch Katzen kannst du chippen lassen)
  • Sprich mit Menschen, die ihr Tier nicht artgerecht halten (z.B. deine Freundin mit dem kleinen Kaninchenkäfig)
  • Wende dich an die zuständigen Stellen (s.u.), wenn dir Übertretungen des Tierschutzes bekannt werden
  • Werde Mitglied in einem der vielen Tierschutzvereine
  • Frag bei Tierschützern nach, wie du helfen kannst (z.B. mit alten Decken, Futter etc.)
  • Schau nicht weg, wenn du verwaiste oder schwache Tiere auffindest
  • auch einheimische Vögel, Reptilien und verunfallte Wildtiere können gemeldet werden an:
    https://www.tierfreunde.it/de/tipps-hilfe/wichtige-kontakte/
  • starte auch du ein Projekt an deiner Schule oder im Kindergarten und sensibilisiere für Tierrechte
  • teile diesen Beitrag und erreiche noch mehr Menschen, denen Tiere und ihre Rechte am ♥ liegen

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Hierbei handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt eine werbende Wirkung beim Leser haben könnte. Ich wurde jedoch von keinem Unternehmen o.ä. dafür beauftragt!

Quellenangaben:
Youthmagazin
Barfuss
Buongiorno

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