Familienleben

Das erste Kinderfahrrad – Das musst du vor dem Kauf wissen!

5. Mai 2019

Im Frühling werden das Laufrad und das Kinderfahrrad wieder aus dem Keller geholt. Ab und zu versteckt auch der Osterhase ein Kinderfahrrad im Garten. Da stellen sich Eltern oft die Frage: Sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Kinderfahrrädern groß? Was muss ich beim Fahrradkauf beachten? Wie schlägt sich Qualität auf den Preis nieder? Was gilt es zu wissen? Diese Frage möchte ich heute beantworten. Los geht’s!

Das erste Kinderfahrrad Das musst du vor dem Kauf wissen

Das allererste Kinderfahrrad lieber ab 3 oder ab 4 Jahren?

Wie ihr wisst hat unsere große Maus ein Laufrad aus Holz (höhenverstellbarer Sattel bis 40 cm, etwa 3-6 Jahre). Nach anfänglichen Schwierigkeiten liebt sie nun ihr Holz-Laufrad – und trotzdem sehen mein Mann und ich uns langsam nach einem „richtigen“ Fahrrad um, ihrem allerersten Kinderfahrrad mit Pedalen.

Tipp! Warum wir kein Holz-Laufrad mehr kaufen!

Unsere große Maus ist nun fast vier Jahre alt und somit in einem Alter, in dem sie bereits das Fahrradfahren lernen kann. Vor allem Kinder, die bereits mit einem Laufrad oder Roller unterwegs waren, steigen problemlos auf das Fahrrad und fahren los. Wir haben also fleißig recherchiert und für euch alle Tipps und wichtigen Infos zusammengefasst: Du lernst heute, welche Größe das Kinderfahrrad haben sollte, warum die Rahmenhöhe wichtiger ist als die Angabe der Zoll (es gibt z.B. Kinderfahrräder für 4-Jährige mit 14 Zoll und Kinderfahrräder mit 16 Zoll) und welches Zubehör auf keinen Fall fehlen sollte:

Die Höhe und Größe des ersten Kinderfahrrades
Welches Zubehör braucht ein gutes Kinderfahrrad?
Welches Bremsen braucht ein Kind?
Warum das Gewicht des Kinderfahrrades eine große Rolle spielt
Was unterscheidet die Hersteller voneinander?
Ist das Kinderfahrrad von Puky wirklich das beste erste Kinderfahrrad?
Warum du kein Kinderfahrrad mit Stützrädern kaufen solltest!


1 | Die Höhe und Größe des ersten Kinderfahrrades

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Warum nicht das Alter für die Größe des Kinderfahrrades entscheidend ist!

Bevor man sich um Hersteller und vieles mehr kümmert ist es wichtig, sein Kind auszumessen. Denn anders als geglaubt, ist nicht das Alter für die Fahrradgröße entscheidend, sondern die Schrittlänge unseres Nachwuchses. Wie das geht, siehst du hier. Erst wenn wir die Schrittlänge kennen, wissen wir, welches Kinderfahrrad überhaupt zu unserem Kind passt.

Leider werden die Fahrräder in den meisten Fahrradläden und Sportgeschäften nur nach der Größe (in Zoll) der Bereifung sortiert, doch die Rahmenhöhe kann bei diesen Fahrrädern von Modell zu Modell unterschiedlich sein. So kann ein 16 Zoll Kinderfahrrad eines Herstellers deinem Kind passen und ein Kinderfahrrad mit 16 Zoll eines anderen Herstellers noch nicht! Dann müsstest du bei diesem Hersteller zum Kinderfahrrad mit 14 Zoll greifen. Zum besseren Verständnis hier ein Beispiel für dich:

Braucht ein Kinderfahrrad für 4- bis 6-Jährige immer 14 Zoll Reifen oder kann ich auch ein Kinderfahrrad mit 16 Zoll kaufen?

Ein 14-Zoll-Kinderfahrrad (Bereifung) eines Hersteller hat 14 Zoll Reifen und hat eine Rahmenhöhe von 16,5 cm. Somit benötigt dein Kind eine Mindest-Schrittlänge von etwa 42 cm. Das 14 Zoll Fahrrad eines anderen Herstellers hat aber eine Rahmenhöhe von 20,32 cm und das Kind sollte eine Mindestschrittlänge von 48 cm haben, um sicher damit fahren zu können. Auch gibt es Hersteller, die zwar große Reifen wählen (z.B. von 16 Zoll) aber den Rahmen klein halten: So kann das Kinderfahrrad – trotz 16 Zoll-Bereifung – schon 4-Jährigen mit einer Schrittlänge von 42 cm passt. Die Fahrrad muss also zur Anatomie deines Kindes passen.

MERKE! Die Rahmenhöhe bzw. Mindestsattelhöhe sind das
ausschlaggebende Maß, nicht die Größe (Zoll) der Bereifung! Denn nur wenn das Fahrrad passt – also das Kind mit den Ballen bequem den Boden erreicht, wenn es sitzt – kann es sicher damit fahren.

2 | Welches Zubehör braucht ein gutes Kinderfahrrad?

Das Zubehör, welches für das Kinderfahrrad gekauft wird – oder vielleicht schon mein eurem Kinderfahrrad mitgeliefert wird – hängt vom Gelände ab, auf dem ihr unterwegs seid. Benötigt ihr geländegängige Reifen? Oder soll das Kinderfahrrad einen Gepäckträger für die Schultasche oder einen Korb mitbringen? Soll das Rad über eine gute Federung verfügen (bergiges Gelände)? Benötigt euer Kind einen Fahrradständer?

Eines darf aber auf keinen Fall fehlen: ein Fahrradhelm, Licht, Reflektoren und eine Klingel. Denn wenn das Kind am Straßenverkehr teilnimmt, geht Sicherheit vor. Die Verkehrssicherheit eines Kinderfahrrrades ist bei Fahranfängern, die noch unsicher sind und wenig Fahrpraxis haben, absolute Priorität. Nicht selten habe ich erlebt, dass meine Tochter nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte – die funktionierende Fahrradklingel kann also einen Unfall verhindern. Hier das wichtigste Zubehör für dein sicheres Anfänger-Kinderfahrrad auf einen Blick:

3 | Welche Bremsen braucht ein Kinderfahrrad für 4Jährige?

Apropos Sicherheit beim Kinderrad: Gute Bremsen sind ein absolutes Must-have! Rücktrittbremsen sollte man möglichst vermeiden (schwach, späteres Umstellungsproblem)! Die meisten Hersteller verwenden Bremshebel vorne und auch hinten – diese Bremshebel sollten leichtgängig sein, sodass auch ein 3jähriges Kleinkind sie betätigen kann. Einige Hersteller bieten sogar unterschiedliche Farben für Vorder- und Hinterradbremse. Dies soll die Kinder darin unterstützen, erst nur hinten zu bremsen, damit es nicht plötzlich vorn über fällt (Schockbremsung, Blockiergefahr). 

4 | Warum das Gewicht des Kinderfahrrades eine große Rolle spielt

Das Thema Gewicht habe ich schon bei unserem Ratgeber zum Laufrad-Kauf angesprochen. Auch beim Fahrrad spielt das Gewicht, vor allem bei leichten und zierlichen Kindern wie unserer großen Maus, eine wichtige Rolle. Ein Beispiel: Ich wiege 65 kg und fahre ein Fahrrad von 10 kg. Unsere Tochter wiegt 15 kg und ein einige Kinderräder auf dem Markt wiegen inklusive Zubehör etwa 13 kg. Das entspricht für mein Kind etwa der Kraftanstrengung, als wenn ich mit einem 56 kg schweren Fahrrad fahren würde (siehe Kalkulationstest)! 

Aus diesem Grund – und wegen der Größe, sind einige Kinderfahrräder von Puky und das beliebte LIKEtoBIKE 16 Kinderfahrrad von Kokua bei uns gleich ausgeschieden. Wie wichtig und entscheidend in eurem Fall das Gewicht ist, hängt von der Kraft eueres Kindes ab. Schau dir doch diesen Kalkulationstest einmal näher an: Dein Kalkulationstest von Kaniabikes

5 | Was unterscheidet die Hersteller und ist das Puky Kinderfahrrad wirklich das beste?

Erst wenn wir wissen, welches Fahrrad und Zubehör wir möchten und zu unserem Kind passt, können wir uns im Fahrradladen, in Flohmärkten für Kinderfahrräder oder bei der Fahrrad-Versteigerung deiner Gemeinde umschauen: Welche Hersteller gibt es und wer bietet was? Was wünschen wir uns von einem Kinderfahrrad für Vierjährige, die dieses Fahrrad nun (hoffentlich) bis zu ihrem 6. Lebensjahr nutzen?

Wir haben uns, wie auch schon bei unserer Suche nach dem besten Laufrad, wieder bei den bekanntesten Herstellern umgeschaut, darunter Cube, Woom, Easy Rider, Kokua, Puky, Hudora, Scott, Islabike u.a. Was wir dabei herausgefunden haben, siehst du in unserer großen Vergleichstabelle:

Der Natürlich kindgerecht – Vergleich von Kinderfahrrädern mit 16 Zoll

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Was unterscheidet das Kinderfahrrad von Puky von dem 16 Zoll Kinderfahrrad von Easy Rider, vom 16″ Woom 3 und von den Anfänger – Kinderfahrrädern von Hudora, Kettler, Islabike, Kokua und anderen?

Immer noch ist das Puky eines des meistgekaufter Fahrräder, auch – oder gerade weil – dieser Herstellern vielen Eltern aufgrund der überall erhältlichen Laufräder (ja wirklich überall, sogar im Baumarkt!) ein Begriff ist. Für uns kam schon das Laufrad, nach unseren schlechten Erfahrung mit der schweren Holzvariante und nach einem Test in selbigen Baumarkt – nicht in Frage. Und auch das Puky Kinderfahrrad war unserer großen Maus zu schwer, sodass sie kaum das Gleichgewicht halten konnte und damit nicht sicher unterwegs wäre. Das Puky ZLX 16-1 Alu wiegt ganze 8,90 kg (!!), während das Islabike, für welches wir uns entschieden haben, nur 6 kg wiegt. Für so ein kleines Kind von 3-4 Jahren schon ein großer Unterschied! Im Vergleich: Ein Woom 3 wiegt (aber ohne Pedale) 5,3kg. Das Kinderfahrrad Woom 5, welches für Kinder von 6-8 Jahren vorgesehen ist und eine 20-Zoll-Bereifung hat, wiegt 8,2kg. Weniger als das Kinderfahrrad mit 16 Zoll von Puky!

Warum du kein Kinderfahrrad mit Stützrädern kaufen solltest!

Stützräder? Besser nicht! Schafft dein Kind es noch nicht, ohne Stützräder zu fahren, lass ihm besser noch eine Weile das Laufrad! Das ist das beste Training für`s Fahrrad fahren überhaupt, während Stützräder kontraproduktiv sind (Gleichgewicht). Mehr Informationen zu diesem Thema findest du beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club.

Dieser Beitrag ist ursprünglich am 11.03.2017 erschienen
Aktualisiert am 5. Mai 2019

Hierbei handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt eine werbende Wirkung beim Leser haben könnte. Ich wurde jedoch von keinem Unternehmen dafür beauftragt!

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