6 Schritte zur perfekten Schultasche

Zum Schulstart gehört die Schultüte ebenso dazu, wie eine gute Schultasche, auch Schulranzen genannt. Die allererste Schultasche ist etwas ganz besonderes und begleitet unsere Kinder hoffentlich über viele Schuljahre hinweg. Umso wichtigster ist es, dass wir Eltern genau darauf achten, was wir kaufen. Wenn dann in Foren nach Tipps für die perfekte Schultasche gefragt wird, wird mir Markennamen und Modellen nur so um sich geworfen. Doch viel wichtiger als der Hersteller ist: Passt die Schultasche zu meinem Kind? 

Es gibt einige Kriterien, die wir Eltern beim Kauf beachten sollten, um Rückenproblemen vorzubeugen und zur Sicherheit unserer Kinder. Diese habe ich heute für dich zusammengefasst.

Der Schulranzen-Kauf | Worauf muss ich achten?

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1 | Sicherheit durch reflektierende Flächen

Wie ein sicherer Schulranzen aussehen sollt, dass legt die DIN Norm 58124 fest. Bei einem gut sichtbaren Schulranzen sollen mindesten 10% der Rücken- und Seiten­flächen retroreflektieren. Weitere 20% der Rucksackfläche sollen auch am Tag fluoreszieren, ähnlich wie die Warnwesten, die wir aus dem Straßenverkehr kennen. Diese Vorgaben lassen den Herstellern nicht ganz so viel Spielraum, was das Design angeht – aus diesem Grund halten sich nicht alle Hersteller an die DIN Norm. 

2 | Passform und Polsterung der Schultasche

Die unterschiedlichen Schulranzen sind sehr verschieden geformt, unterschiedlich groß, breit und hoch. Es ist sehr wichtig, dass der Schulrucksack zu unserem Nachwuchs und seiner Anatomie passt:

  • Sitzen die Schultergurte auf den Schultern?
  • Sind die Schulterträger breit genug und leicht verstellbar?
  • Schneiden sie unter den Achseln ein?
  • Verfügt die Schultasche über eine Rückenpolsterung?
  • Schließt die Schultasche bündig mit den Schultern und der Rückenbreite des Kindes ab?

Diese Kriterien könnt ihr am besten bei einer Anprobe kontrollieren!
Ihr solltet also eure Kind schnappen und in den nächsten Laden gehen.
Dort probiert ihr die Schultasche am besten leer und vollgepackt aus.

Da unsere Kinder in Schulalter schnell wachsen sollte die Schultasche gut anpassbar sein und mitwachsen. Dazu zählen z.B. verstell­bare Tragegurte. Ein zusätzlicher Brust­gurt verhindert, dass die Träger von den Schultern rutschen. Außerdem sollte die Schultasche nicht wesentlich breiter als die Schultern des Kindes sein und dessen Oberkante etwa auf Schulterhöhe abschließen.

3 | Fassungsvermögen des Schulranzens

Neben der Ergonomie ist auch die Größe des Innenraumes, also das Fassungsvermögen für Eltern und Kinder entscheidend. Ihr solltet euch für eine Schultasche entscheiden, in der ihr Ordner und Hefte – aber auch die Trinkflasche und Jause – unterbringen könnt. Dennoch solltet ihr immer nur das Nötigste einpacken, auch wenn der Platz mehr hergibt. Eine Schultasche mit zu großem Volumen (18l uns mehr) ist oft zu unübersichtlich und verleitet dazu, mehr einzupacken, als man braucht!

4 | Ist das Gewicht der Schultasche wirklich so wichtig?

Das Gewicht ist nicht nur beim Laufrad-Kauf und beim allerersten Kinderfahrrad wichtig, sondern natürlich auch bei der Entscheidung, welcher Schulranzen es werden soll. Heute gibt es diese Empfehlung:

Das Gewicht des Schulranzens kann 12% – 15% des kindlichen Körpergewichtes betragen (lt. Kinderkommission des Deutschen Bundestages), sollte aber nicht mehr als 33% des Gewichtes unseres Kindes überschreiten (Studie der Uni Saarland von 2014)

Doch wusstest du, dass das Gewicht gar nicht so wichtig ist, wie wir oft denken. Viel wichtiger ist, dass die Schultasche eng am Rücken anliegt und nicht herum schlenkert. Außerdem sollten wir Eltern täglich kontrollieren, ob nur das eingepackt wird, was wirklich gebraucht wird – damit lässt sich viel Gewicht einsparen. Wird der Ranzen dann ergonomisch gepackt (schwere Dinge nah am Rücken etc.), stellt das Gewicht kein so wichtiges Kriterium mehr dar, wie uns oft suggeriert wird!

Dreiunddreißig Prozent, woher dieser Wert?Ist ein Trolley die Lösung?
Viele Eltern sprechen heute immer noch von einer Empfehlung von 10%, was auch vielerorts noch zu lesen ist. Was sie nicht wissen: Dieser Wert wurde 1986 von den Herstellern selbst (in der DIN 58124) - und nicht von Wissenschafltern -  festgehalten. Es wurde damals auf eine Empfehlung des Militärs aus der Zeit des 1. Weltkrieges zurückgegriffen die besagte, dass der Tornister eines Rekruten bei einem Marsch von mehr als 20 km nicht mehr als 10% seines Körpergewichts betragen sollte, um Ermüdung zu vermeiden. Diese Empfehlung wurde 2010 aber komplett aus der DIN Norm gestrichen! 

Das Gewicht des Schulranzens wurde dann 2014 von Dr. Oliver Ludwig (Sportwissenschaftlichen Institut der Universität des Saarlandes) in einem Forschungsprojekt zu dem Ergebnis, dass Kids mit einem Gewicht von bis zu einem Drittel ihres Körpergewichts auf ihrem Schulweg kein Problem haben. So kann bspw. ein 9-jähriges Kind mit einem Körpergewicht von 32 kg ohne Weiteres einen Schulranzen mit gut 10 kg Gesamtgewicht tragen. Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat sich einen Wert dazwischen ausgesucht.
In letzter Zeit sind mir häufig die Schultaschen aufgefallen, die auch als Trolley hinterher gezogen werden können. Doch ein Trolley ist für Kinder nicht empfehlenswert: Zum einen ist das Ziehen nicht ideal - schieben wäre für den kleinen Körper viel besser. Zum anderer belastet das Hinterherziehen eines Trolley immer nur eine Körperseite unserer Kinder. Auch das Heben des Trolleys über Treppen u.ä. belastet die Wirbelsäule. Schultrolleys sind also, anders als man oft denkt, nicht empfehlenswert!

5 | Material und Schadstoffe

Aus welchem Material besteht die Schultasche oder der -rucksack? Es sollte sich um ein robustes, wasserabweisendes Material handeln, damit ihr lange Freude am Schulranzen habt. Außerdem solltest du dich über die Schadstoffe in den Ranzen der unterschiedlichen Hersteller schlau machen: Finden wir dort Phthalat-Weichmacher? Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe?

Neben dem Material ist auch die Standfestigkeit des Schulranzens wichtig: Er sollte stabil sein, am besten nicht in sich zusammen fallen und einen einfach zu bedienenden Verschluss haben. Und der Deckel sollte möglichst nicht von alleine zuklappen oder die Schultasche beim Öffnen des Deckels nach hinten umkippen. All‘ das könnt ihr beim An- und Ausprobieren testen.

6 | Nachhaltigkeit

Uns ist Umweltfreundlichkeit sehr wichtig; nicht umsonst habe ich mich bei meiner Handtasche / Rucksack für den Re-Kånken von Fjällraven entschieden, der aus Recyclingpolyester (aus 11 ausgedienten Plastikflaschen) hergestellt und sehr umweltfreundlich gefertigt und gefärbt wird. Dieser Aspekt war mir beim Kauf der Schultasche für unsere große Maus ebenso wichtig und ich werde später noch näher darauf eingehen.

 

Unsere Entscheidung | Der Ergobag CuboErgobag Neo Schultasche im Test

Wir haben uns nach unseren Recherchen und Überlegungen – und einem Test im Laden – für das Ergobag CUBO Schulranzen-Set StrahleBär aus der Neo Edition entschieden.

Das gefällt uns am Ergobag Cubo!

Unsere Tochter ist schlank und zart und zum Zeitpunkt des Schultaschen-Kaufes 106cm groß. Die meisten Schulranzen sind viel zu groß und sitzen bei ihr gar nicht gut auf dem Rücken. Der Ergobag Cubo dagegen ist genauso breit wie die Schultern unserer Tochter und ragt, wie empfohlen, auch nicht über den Nacken hinaus ( 25 x 20 x 40 cm (B/T/H) ).

Außerdem war uns Eltern beim Kauf ein Brust- und Bauchgurt sehr wichtig, wie wir sie auch bei unseren Wanderrucksäcken haben: Diese finden wir u.a. bei Scout, Ergobag, den Physio Schulranzen von Beckmann oder den McNeill ERGO Light COMPACT flex. Das Gewicht von 1.050g liegt im Mittelfeld und ist bei einem Körpergewicht von 15kg vertretbar. Dafür punktet er bei Ökotest (4/2017) mit dem größten Fassungsvermögen im Test.

Ausgestattet mit einem Magnetschloss ist er sehr einfach zu öffnen und schließt sich ganz von alleine. Was ich auch besonders toll fand ist, dass der Turnbeutel (siehe Foto) direkt an der Schultasche befestigt werden kann. Ich selber habe als Kind so oft den Turnbeutel zu Hause vergessen – damit ist dieses Problem kein Thema mehr! Und so sieht unser Set mit Schulranzen, Turnbeutel, Schlamperrolle, Federmäppchen und Geldbörse aus:

Ergobag Cubo Schultasche Set getestet
Ergobag Cubo, Gelbörse zum Umhängen, Federmäppchen gefüllt, Schlamperrolle, Turnbeutel und Kletties

Zu guter Letzt ist uns auch bei der Schultasche Nachhaltigkeit wichtig: Nicht nur im Sinne von möglichst langer Nutzungsdauer, sondern auch bei den verarbeiteten Materialien. Für den Ergobag NEO werden Textilien verarbeitet, die zu 100% aus recycelten PET-Flaschen bestehen. Die Lieferanten dieser Stoffe und der Schnallen sind bluesign® Systempartner: Das bedeutet, dass nicht nur die verwendeten Rohstoffe grün sind, sondern auch deren Herstellung umweltverträglich ist. Dieses Herstellungsverfahren ist teurer, was sich im Preis des Ergobag’s niederschlägt!

 

Kritik an der Ergobag Schultasche

Ergobag steht unter Kritik, u.a. wegen der oben angesprochenen Sicherheitsnorm für die Verkehrssicherheit, die klassische Modelle von Ergobag (selbst mit dem zusätzlichen Sicherheitssets) nicht einhalten. Anders sieht es aber bei der Neo Edition aus:

Die Ergobag Neo Edition wurde speziell für eine gute Sichtbarkeit in der Dämmerung und in der Dunkelheit entwickelt. Wie schon der Namen es verspricht (NEON), kombiniert diese Edition – egal ob als Ergobag Pack Illumibär oder Ergobag Cubo Strahlebär, knallige, fluoriszierende Flächen mit farbigen Reflektoren. Der Hersteller schreibt hierzu auf seiner Homepage: „Mit mehr als 20% fluoreszierendem und mehr als 10% reflektierendem Material. Bisher ungesehen: Seine farbigen Reflektorflächen.“ Was der Herstellung zu den Testergebnissen sagt, kannst du hier nachlesen. Und so sieht der Ergobag bei Tag, in der Dämmerung und in der Nacht aus:

Ergobag Pack Neon bei Tag, in der Dämmerung und bei Nacht
© Ergobag, Quelle: http://www.ergobag.de/neo/

Weitere Pluspunkte für den Ergobag Cubo

Das Design der Neo Edition hat uns überzeugt. Andere Schultaschen haben oft Muster und Designs, die nicht mit den fluoreszierenden Flächen harmonieren. Bei diesem Schulranzen sind diese Flächen das Design – und uns gefällt’s! Neben der guten Sichtbarkeit, dem Recyclingmaterial, dem Gurtsystem und der Größe haben uns auch andere Punkte vom Ergobag Cubo überzeugt:

  • die feste, stabile Bodenwanne aus einem Guss + wasserdicht
  • Wassersäule von 1500mm
  • höhenverstellbares Gurtsystem (wächst von 1m – 1,50m mit)
  • das große Jausenfach vorne; da passt eine kleine LunchBots rein
  • weiche Polsterung am Rücken und den Trägern
  • die magnetische Öffnung (sehr einfache Handhabung)
  • die Einteilung im Inneren des Schulranzens
  • wenn der Deckel der Schultasche offen ist, bleibt sie dennoch alleine stehen

Zu guter Letzt haben wir uns auch dafür entschieden, weil wir einige Schultaschen im Laden angeschaut haben und die große Maus hat sich sofort in den leuchtenden Ergobag Cubo und die drei Kletties (mit Donut, Eis und Muffin) verliebt hat. Umso glücklicher war ich als Mama darüber! Denn es wäre hart gewesen, unsere Tochter von einem anderen Rucksack zu überzeugen, wenn dieser nicht gepasst hätte.

Für welche Schultasche habt ihr euch entschieden und warum?

 

Quellen:

7 Comments

  1. Wir haben eine DerDieDas, und wir sind damit sehr zufrieden. Sie ist besonders toll für schmale Kinder und mit nur 800g die leichteste auf dem Markt.

  2. Unsere Tochter hat seit 4 Jahren einen Ranzen von Spiegelbur. Das Bild vorne ist von der Spülmaschine etwas verblasst, aber sie sieht immer noch gut aus. Außerdem fährt sie jeden Tag mit dem Fahrrad durch jedes Wetter zur Schule und nimmt die Schultasche immer noch gerne! Mein Sohn hatte 4,5 Jahre lang eine Scout Schultasche und wir waren auch damit immer zufrieden. Wichtig ist, dass die Schultasche richtig sitzt, denn nicht jede ist für jedes Kind geeignet. Wir haben zu allererst auf die Passform geachtet und erst dann auf die Farben und Motive. Denn es ist niemandem geholfen, wenn die Schultasche dem Kind gefällt, es aber dann Probleme mit dem Rücken bekommt, weil der Schulranzen nicht richtig sitzt.

  3. Ich habe viel über Schultaschen gelesen im letzten Jahr und wollte dann die Derdiedas bestellen. Natürlich im Internet – weil es dort günstiger ist! Weil ich dann aber doch neugierig war, sind wir trotzdem erster ins Geschäft zum Anprobieren und die Schultasche hat meinem Sohn überhaupt nicht gepasst. Sie war außerdem weich wie ein Rucksack, was ich in der 1. Klasse Grundschule total unpraktisch finde. Heute bin ich so froh, dass wir erst probiert haben und haben uns dann für die McNeill Light Compact Flex entschieden. Wir sind damit sehr zufrieden und in der Klasse meines Sohnes haben 9 von 12 Kindern diese Schultasche.

  4. Danke für die gute Zusammenfassung. So habe ich mir eine Menge Lesen abends im Bett erspart 😉 Wirklich interessant, wie unterschiedlich doch alle Hersteller ihre Schultaschen designen und auf was sie Wert legen!

  5. Danke für die Tips! Wir werden am 29. Jänner zur Schultaschenwoche bei Athesia in Brixen fahren und uns dort durch unsere Favoriten probieren. Hoffentlich gibt’s ein paar coole Modelle für Jungs!

  6. Danke für die Tipps! Das mit dem Gewicht ist sehr interessant. Man hört ja von außen immer nur: Die Schultasche darf ja nicht zu schwer sein. Und Hersteller kämpfen fast drum, wer den leichtesten Schulranzen hat. Und man will als Eltern natürlich nichts falsch machen.

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