Zusammenleben mit Kind und Hund? Mit diesen 3 Tipps gelingt’s!

Hallo liebe Mamis,
da bin ich wieder, eure Natalie von DogSpot Südtirol.

In unserem letzten Blogpost ging es um das Thema Schwangerschaft und Hund. Heute wollen wir uns den Fall andersherum anschauen: Wenn der Hund erst nach den/m Kind/ern ins Haus kommt. Wie gelingt ein harmonisches Zusammenleben? Ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim Lesen!

 

Bevor der Hund ins Haus kommt

Dabei stellt sich natürlich zuallererst die Frage nach der Anschaffung. Soll es ein Welpe sein oder doch lieber ein erwachsener Hund? Vom Züchter oder aus dem Tierheim?  Egal woher und wie alt, eines steht bei den meisten Familien sofort fest:  Ein “Familienhund” und “kinderlieb” soll er sein.

„Den typischen Familienhund gibt es nicht!“

Dabei gibt es ihn gar nicht, den typischen “kinderlieben Familienhund”. Das was allgemein als Kinderlieb gilt, ist ein Hund, der gut auf Kinder sozialisiert wurde und dazu eine relativ große Toleranzgrenze hat. Vereinfacht: Ein Hund der sich recht viel “gefallen lässt” und Kinder gern hat.

Doch: Unsere Hunde wurde über Jahrhunderte hinweg für verschiedenste Aufgaben gezüchtet. So wurden spezielle Fähigkeiten herausgezüchtet, kinderlieb war da allerdings nicht dabei!

Mehr zum Thema Familienhund – und welche Fragen Ihr euch vor der Anschaffung unbedingt stellen solltet, kannst du hier nachlesen:

Kind und Hund? Fragen zum Familienhund!

 

Der Hund zieht ein!

Die Aufregung ist natürlich entsprechend groß! Alle freuen sich auf das neue Familienmitglied und möchten sofort loslegen: Spielen, spazieren gehen und und und.

Bei aller Freude, sollten Sie in den ersten Tagen der Eingewöhnung darauf achten, den Hund nicht zu überfordern. Auch wenn alle Freunde der Kinder das neue Familienmitglied gerne kennenlernen möchten, warten Sie damit ein wenig. Laden sie nicht gleich am ersten Tag die ganze Familie und die halbe Klasse Ihres Sohnes ein. Was aber vom ersten Tag an los geht, ist die Hundeerziehung! 

 

Erziehung ist Erwachsenensache!

Erziehung hat nichts mit den klassischen Kommandos, die der Hund lernen soll (also z.B. Sitz und Platz), zu tun. Ähnlich wie bei unseren Kindern meinen wir mit der Hundeerziehung das Aufzeigen von klaren Grenzen und Spielregeln. Und für diese sind immer (immer!!!) die Erwachsenen zuständig. Ihr Kind kann mit dem Hund spielen und Kommandos erlernen, Erziehungsarbeit ist aber absolut nichts für Kinder. Und während der Hund vom Erwachsenen die Grenzen aufgezeigt bekommt, müssen auch unsere Kinder Regeln im Umgang mit dem neuen Familienmitglied lernen. Hier sind 3 wichtige Regeln, mit denen das Zusammenleben ganz bestimmt gelingt!

 

3 Regeln im Kinder und Hunde Haushalt harmonisches Zusammenleben

Zusammenleben mit Kind und Hund?
Mit diesen 3 einfachen Tipps gelingt’s!

Der Hund ist gefunden und endlich bei Ihnen in der Familie eingezogen. Nun liegt es an Ihnen als Erwachsene, klare Regeln für das Zusammenleben im gemischten Kinder und Hunde – Haushalt aufzustellen! Die Regeln gibt es dabei nicht nur für den Welpen / Hund, für den Sie schließlich Ersatzelternteil sind, sondern vor allem für die eigenen Kinder.

 

Regel 1: Ruhe für den Hund

Auch wenn ein Hund bei Ihnen in der Familie aufgewachsen ist, kann das Familienleben (Lautstärke, Geschrei, Fernseher, Besucher etc.) Ihn stressen. Sorgen Sie also dafür, dass Ihr Hund sich zurückziehen kann. Dabei sollte ihm ein Bereich zur Verfügung stehen, welcher nur für Ihn reserviert ist. Dieser Bereich sollte möglichst ruhig sein- also nicht mitten im Wohnzimmer, wo alle 2 Minuten eines der Kinder vorbeiläuft. Ein Hund braucht am Tag mindestens 17 Stunden Ruhe und Schlaf. Bekommt ein Hund nicht genügend Ruhe, können die Stressanzeichen vielfältiger Natur sein – und längst nicht alle davon sind harmlos! (Dazu mehr unter „Wieviel Schlaf braucht mein Hund?“)

Sind Ihre Kinder schon etwas größer, können Sie in die Wahl des Ruheplatzes mit einbezogen werden. Erklären Sie Ihren Kindern auch, dass Ihr Hund seine Ruhe haben möchte, wenn er sich auf diesen Platz zurückzieht. Sie können auch gemeinsam mit den Kindern ein Schild basteln oder zeichnen, auf dem geschrieben steht „*Name des Hundes* Mein Ruheplatz- Hier darf mich niemand stören“.

Übrigens: Ihr Hund wird diesen besonderen Platz anfangs nicht von alleine aufsuchen. Machen Sie ihm denselben also schmackhaft, indem er dort z.B. immer seine Knabbereien bekommt.

 

Regel 2: Spielen- aber richtig!

Spielen das ist natürlich für beide Parteien das allerschönste! Allerdings unterliegt auch Spiel gewissen Regeln. So soll der Hund als Welpe schon lernen, dass festes Zupacken nicht erwünscht ist. Er soll lernen, dass seine Zähne an Menschenhaut nix zu suchen haben. Dies nennt man „Beißhemmung“ und diese MUSS ein Hund im Welpenalter erlernen!

Wie es geht: Welpen zwicken im Spiel ganz gerne mal. Sind Sie dabei zu grob, dann sollten Sie Ihr Kind anweisen „AUA“ – am besten im hohen Tonfall – zu rufen, und das Spiel zu unterbrechen. Der Welpe wird nun kurz ignoriert, dann kann weitergespielt werden (Kurz bedeutet in diesem Falle unter einer Minute!).  Läuft der Welpe nach, beißt in die Füße (spielt also unbeirrt weiter), dann soll Ihr Kind den Raum verlassen und so das Spiel unterbrechen! Mit der Zeit lernt unser Welpen so, dass das Spiel unterbrochen wird, wenn er zu grob wird- und somit der Spaß vorbei ist!

Niemals sollte Ihr Kind auch grob werden, wenn der Welpe grob wird. Denn ein grobes Spiel ist etwas was wir uns nicht wünschen- und daher soll es auch nicht erlernt werden – weder vom Kind, noch vom Hund!

Auch „Raufspiele“ oder „Zerrspiele“ unter Kindern und Hunden sollten Sie nicht zulassen. Wenn ein solches Spiel nämlich zu wild wird, werden beide schnell zu grob. Besonders Jungs raufen und blödeln gerne mit dem Hund, achten Sie bitte darauf, dass dies nicht zum typischen Spiel wird!

 

Regel 3: Beim Fressen wird der Hund in Ruhe gelassen

Am Futternapf hat das Kind nichts verloren! Früher galt die weitläufige Meinung, man „müsse als Eltern dafür sorgen, dass das Kind in der Rangordnung über dem Hund stehe“.  Diese These können wir getrost in den Mülleimer klopfen. Ein Kind kann gar nicht „über“ dem Hund stehen, denn der Hund weiß genau, dass das Kind eben ein solches ist – und keine Verantwortung im Sozialverband übernehmen kann. Somit ist es hinfällig dem Hund weismachen zu wollen, dass das Kind über Ihm stünde.

Dazu kommt noch ein weiterer Punkt: Es gibt keine „Futterrangordnung“ unter Hunden. Hat ein Hund etwas – gehört es in seinen Augen ihm. Ganz alleine! Ein Hund muss erst lernen, Sachen wieder her zu geben und es ist nicht so, dass man einem Hund immer alles nehmen können muss. Das gilt schon gar nicht für ein Kind. Achten Sie also darauf, und erklären Sie Ihrem Kind, dass der Hund beim Fressen seine Ruhe haben sollte.

 

Zum guten Schluss noch ein letzter Tipp für harmonisches Zusammenleben bei Kindergeburtstagen, Besuch und Co.: Wir haben weiter oben bereits über das Thema Toleranzgrenze beim Hund gesprochen. Meist ist diese bei den eigenen Kindern relativ hoch, das gilt aber nicht für fremde Kinder. Dabei sind für den Hund fremde Kinder alle, die nicht zum Haushalt gehören. Das können auch Nichten und Neffen sein, welche nur ab und an zu Besuch kommen. Genauso wie Freunde, die zum Spielen kommen. Vereinfacht: Was Ihr Hund bei den eigenen Kindern noch toleriert, quittiert er vielleicht bei einem anderen Kind mit knurren.

An dieser Stelle sei noch angemerkt: Bestrafen Sie Ihren Hund nie fürs knurren.
Knurren ist Kommunikation! Hunde welchen man die Kommunikation verbietet,
schnappen eventuell ohne vorherige Warnsignale!

Um wieder auf den Kinderbesuch zurück zu kommen: Achten Sie in solchen Situationen besonders auf Ihren Hund, und lassen Sie Kinder und Hund niemals unbeaufsichtigt. Merken Sie dass Ihr Hund gestresst ist wird, dann bringen Sie ihn an einen ruhigen Ort. Dabei zahlt es sich aus, wenn sie dem Hund bereits von klein auf einen Ruheplatz zugewiesen haben.

Wenn möglich, weisen die das fremde Kind auch kurz in den Umgang mit einem „unbekannten“ Hund ein. Mehr darüber, haben wir bereits in diesem Blogpost geschrieben:

Sicherer Umgang zwischen Kind und (fremdem) Hund

 

Sie sehen also, es gibt einiges zu beachten im Zusammenleben zwischen Kind und Hund.

Dennoch: Bleiben Sie entspannt! Diese Regeln sollen Ihnen lediglich helfen, dass alles bestens läuft, sie sind keine Verpflichtung, die man Ihnen aufbrummt. Schließlich gibt es doch für Kinder nichts Schöneres als mit einem eigenen Haustier aufzuwachsen!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Zusammenleben mit Ihrem neuen Familienmitglied! Für Fragen oder Beratungen zur Hundeanschaffung, können Sie mich gerne kontaktieren. Solche Beratungen sind natürlich kostenlos.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Natalie
DogSpot Südtirol

Zusammenleben mit Kind und Hund? Mit diesen 3 Tipps gelingt’s!

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