Schwangerschaft, Baby und ein Hund?

In früheren Artikeln haben wir bereits zwei wichtige Themen angesprochen, den Umgang zwischen Kleinkind und Hund und die Fragen, die sich eine Familie mit Kindern vor dem Hundekauf unbedingt stellen sollte. Den ein Familienhund ist eine langfristige Entscheidung und sollte immer gut überlegt sein!

Heute möchte ich unsere Reihe KIND UND HUND weiterführen und habe Natalie Thaler von DogSpot Südtirol als Gastautorin gewinnen können. Das freut mich sehr – vielen Dank Natalie! Sie möchte euch heute Tipps an die Hand geben, wenn ihr in der umgekehrten Situation seit, nämlich der Hund schon da ist und nun ein Baby kommt. Geht das, Schwangerschaft und Hund? Ist schwanger sein mit Hund gefährlich/er? Du bist schwanger und dein Hund verhält sich plötzlich anders? Hier erfährst du alles rund um die Schwangerschaft mit Hund! Viel Spaß beim Lesen!

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Aufwachsen mit einem Hund

Was gibt es Schöneres, als wenn die eigenen Kinder mit Haustieren aufwachsen können!  Schließlich lernen sie so schon früh, sich in andere Lebewesen  hinein zu fühlen und lernen auch schon früh, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Auch wenn die Pflege des Haustieres definitiv in den Bereich der Eltern fällt, lernen schon kleine Kinder durch das „Zuschauen“, was es bedeutet sich mitfühlend und liebevoll um ein anderes Lebewesen zu kümmern.

Dazu ist gerade ein Hund für viele Kinder das allergrößte! Ein Spielpartner und jemand der immer für einen da ist! Der beste Freund des Menschen eben!

Mein bester Freund, der Hund!

Hund und Kind können beste Freunde sein, aber manchmal gibt es auch Probleme. Wie man diese von vorneherein verhindern kann, und welche Regeln im Kind/ Hund Haushalt gelten sollten, erfahren Sie in unserer Zweiteiligen Reihe.

Heute geht es darum, den Hund schon in der Schwangerschaft auf das Baby vorzubereiten – und das erste Kennenlernen zwischen Hund und Baby zu meistern!

Denn: Man tut gutes daran, wenn man seinen Hund schon
in der Schwangerschaft darauf vorzubereitet „was da kommt“.

Auf was sie bereits in der Schwangerschaft achten sollten

Wenn Ihr Hund bisher immer im Mittelpunkt gestanden hat, dann sollten Sie das nun ändern. Wenn das Baby nämlich einmal da ist, werden Sie nicht mehr so viel Zeit für Ihren Vierbeiner haben.

Gewöhnt sich Ihr Hund schon vorher daran, dass er nun nicht mehr 4 Stunden am Tag mit Ihnen durch Wald und Flur wandert, dazu 3 Mal pro Woche Hundesport (was sowieso zu viel des Guten wäre), dann tun Sie sich danach leichter.

Dafür sollten Sie versuchen Ihrem Hund geistige Auslastung zu bieten. Der Klicker eignet sich hierfür sehr gut. Damit können Sie Ihrem Hund auch einige schöne Tricks beibringen, welche dem Hund auch dann noch Aufgaben geben, wenn das Baby da ist (z.B. die volle Windel in den Mülleimer legen – ein sehr schöner Trick). Gut zur Auslastung eignen sich auch Suchspiele und Co.

Wenn der Hund Frauchen plötzlich beschützt

Hunde nehmen Veränderungen in der Regel besonders schnell war. Dabei sind unsere Hunde auch in der Lage, Ihre Schwangerschaft zu verstehen. Durch die Hormonveränderung ändert sich auch Ihr Geruch – der Hund riecht es also, dass Sie ein Baby erwarten.

Da Sie mit Ihrem Hund in einem engen sozialen Umfeld leben – in einer sozialen Gemeinschaft – kann es nun auch vorkommen, dass Ihr Hund sich dazu berufen fühlt, besonders auf Sie acht zu geben. Manchmal werden Hunde dann besonders wachsam, z.B. wenn es an der Tür klingelt oder auf dem Spaziergang. Es wurde sogar schon darüber berichtet, dass Hunde bereits mit diesem Verhalten begonnen haben, bevor der Halterin klar war, dass sie schwanger ist. Unsere Hunde haben eben ein besonders feines Näschen.

Dieses Verhalten übrigens, zeigen besonders oft kastrierte Rüden. Warum gerade die, und nicht Ihre intakten Artgenossen, konnte man bis heute nicht abschließend wissenschaftlich erklären. Warum Rüden aber tendenziell häufiger dieses Verhalten zeigen, ist durchaus erklärbar. In der Zeit, in der in einem Rudel Fähen trächtig sind, ist es die Aufgabe der Rüden, sie vor eventuellen Gefahren zu schützen. Nur so kann schließlich der Fortbestand und das Überleben der Nachkommen gesichert werden. Da wir mit unseren Hunden oftmals in so nahen Kontakt leben, übertragen Sie dieses Verhalten auf uns. Darauf sollten Sie achtgeben.

Fühlt sich Ihr Hund bereits in der Schwangerschaft dafür zuständig, Sie zu beschützen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er dieses Verhalten auch später auf das Kind übertragen wird. Manchmal geht das so weit, dass Fremde sich das Baby nicht mal im Kinderwagen ansehen dürfen, weil der Hund es beschützen möchte.

Nun möchte Ich Ihnen natürlich keine Angst machen! Dies ist ein Verhalten welches möglich ist, das heißt aber nicht, dass es so kommen muss.

Wenn Sie dennoch solch ein Verhalten bei Ihrem Hund bemerken, sollten Sie ihm klar machen, dass SIE alles im Griff haben. Heißt: Sie begrüßen Leute zuerst, die an der Haustür stehen (der Hund muss sich nicht schützend vor sie stellen), auf der Straße schicken Sie Ihren Hund hinter sich. Dazu kann es natürlich nötig sein, dass Ihr Hund einige neue Kommandos lernt – dafür aber klappt es dann sehr zuverlässig, und die meisten Hunde verstehen es dann auch recht schnell, dass sie quasi „hier nicht gebraucht werden“.

Die Sache mit dem Bett und der Couch 

Hat Ihr Hund bisher bei Ihnen im Bett geschlafen oder ist abends mit Ihnen zur Kuschelstunde auf die Couch gesprungen? Wenn Sie das künftig nicht mehr möchten, dann sollten Sie diese Regel auch schon in der Schwangerschaft geltend machen.

Möchten Sie die Kuschelstunde auf der Couch nicht ganz ausbleiben lassen, dann ist es eine schöne Idee, dem Hund beizubringen, dass er nur auf die Couch darf, wenn dort (s)eine bestimmte Decke liegt. So haben Sie zum einen das Problem der Haare auf der Couch im Griff (denn die Decke kann man einfach abnehmen und bei Bedarf waschen) und zum anderen hat der Hund ein fixes Signal, wann er an der Reihe ist und wann eben nicht.

„Stubenwagele“, Kinderwagen und Co.

Im letzten Monat der Schwangerschaft steigen die Aufregung und die Vorfreude! Man ist eifrig beim Nest einrichten: Babybett, Kinderwagen, Stubenwagen, Wickeltisch und Co. – und auch wenn der Hund hier nicht wirklich behilflich sein kann, sollten Sie ihn bei den Vorbereitungen nicht ausschließen.

Sobald der Kinderwagen steht, darf auch dran geschnuppert werden. Und dann wird es auch schon Zeit, die erste Runde damit zu drehen! Denn lernt der Hund schon in der Schwangerschaft, leinenführig und brav (und vor allem ohne Angst) am Kinderwagen mit zu laufen. So gibt es danach keine Probleme damit!

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Das Baby ist da!

Wie man Hund und Kind bekannt macht

Und dann ist er endlich da! Der langersehnte Tag. Das Baby ist da, und Mama und Kind sind hoffentlich wohlauf. Nun wird aus den ganzen Vorbereitungsarbeiten die man bisher getroffen hat, auch bald „ernst“.

Baby und Hund sollen einen möglichst guten Start haben. Dazu können Sie z.B. ihrem Partner getragene Windeln des Babys aus dem Krankenhaus mitgeben. So kann der Hund sich schon mal mit dem neuen Erdenbürger auseinandersetzten – ganz in Ruhe, und ohne Stress.

Das erste nach Hause kommen

Wenn sie das erste Mal aus dem Krankenhaus nach Hause kommen, schicken Sie  den stolzen Papi auf einen kleinen Spaziergang – aber mit dem Baby – nicht mit dem Hund! So können Sie erst einmal in Ruhe den Hund begrüßen. Schließlich waren Sie einige Tage weg und so könnte die Begrüßung etwas stürmischer ausfallen. Ihr Hund kann Sie so erst einmal für sich haben und ausgiebig schnuppern. Wahrscheinlich „riechen“ Sie etwas eigenartig für Ihren Hund:  Krankenhausgerüche, Baby, fremde Menschen und Co. – daran kann er sich langsam gewöhnen.

Hat sich Ihr Hund beruhigt, dann holen Sie das Baby dazu. Dabei  können Sie Ihrem Hund gerne erstmal eine Beschäftigung geben, z.B. einen Kong oder ein Denkspiel. Nimmt der Hund danach ruhig Kontakt mit dem Baby auf, belohnen Sie dieses Verhalten.

Immer wenn der Hund sich ruhig gegenüber dem Baby verhält,
sollten Sie dieses Verhalten belohnen. 

Schicken Sie den Hund nicht weg vom Baby, wenn er sich ruhig nähert, denn er soll ja lernen, dass das Baby nun zur Familie gehört – und somit auch zu seinem „Rudel“. Weint das Baby und Ihr Hund zeigt sich nur interessiert, dann können sie wieder ruhiges Verhalten bestätigen.

Wirkt Ihr Hund nervös in Anwesenheit des Babys, geben Sie Ihm Aufgaben: Das kann ein ganz einfaches Sitz oder Platz sein oder ein kurzes Suchspiel (Nasenarbeit beruhigt ungemein). So hat er eine alternative Aufgabe von Ihnen bekommen. Am besten wäre, Sie machen das dann nicht mit Baby auf dem Arm, sondern bitten Ihren Partner, sich mit dem Hund zu beschäftigen – oder geben Ihm das Baby. Und immer gilt: Ruhe und ruhige Annäherungen werden belohnt.

Wann Sie einen Trainer zu Rate ziehen sollten

Natürlich immer dann, wenn eines der oben genannten Probleme zu Tage tritt – oder Sie einfach nur gerne die beschriebenen Tipps in die Tat umsetzen möchten und dabei alleine nicht weiter kommen. Am besten Sie besprechen sich schon in der Schwangerschaft mit einem Trainer (Ihrer Wahl).  So erhalten Sie das nötige Wissen um vollkommen ungezwungen in diese neue spannende Zeit mit Baby und Hund zu starten.

Und schließlich ist es so: Wenn Sie ruhig sind,
dann überträgt sich das auch auf Ihren Hund! 

Das nächste Mal schauen wir uns dann das Zusammenleben zwischen Hund und Kind an! Bis dahin schicke ich allen werdenden Mamis heute besondere Grüße,

Eure Natalie Thaler von DogSpot Südtirol 

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