Die Rentenversicherung für Mütter

Geplant als Ergänzung zum Beitrag „Von Mutterschaft, Elternzeit und Familiengeld“ ist das Thema der rentenmäßigen Absicherung von Müttern nun doch ausführlicher geworden. Aus diesem Grund gibt es heute für euch einen eigenen Beitrag dazu. Viel Spaß beim Lesen!

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© Amelia Feeling for Baby Brother. Donnie Ray Jones, flickr CC by 2.0

Die rentenmäßige Absicherung von Erziehungszeiten

Seit Mütter in Italien, sofern sie innerhalb des ersten Lebensjahres ihres Kindes kündigen, das Arbeitslosengeld NASPI erhalten* stehen immer wieder Mütter nach dieser Frist ohne Arbeit da. Das bringt ein Problem mit sich: Während in der Zeit, in der die Mutter das Arbeitslosengeld bezieht, die Pensionsbeiträge figurativ gutgeschrieben werden, fehlt die Rentenversicherung danach komplett. Und langfristig führend die fehlende Zeiten an bezahlter Arbeit und fehlende Rentenbeiträge unweigerlich zu niedrigeren Renten und Altersarmut. Die Rentenabsicherung dieser Zeiten liegt also dann in der Hand der Familie. Aber wie?

* und zwar für die Hälfte der Wochen, die die Mutter vor ihrer Kündigung gearbeitet hat (bis maximal 104 Wochen) unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. 30 Arbeitstage im letzten Jahr

Wer hat Anrecht auf den Zuschuss?

Eine Mutter oder ein Vater, die aufgrund von Kindererziehung keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, kann die Beiträge für Ihre Rentenversicherung freiwillig in das INPS einzahlen. Sofern es sich um Eltern mit Kleinkind bis zu 3 Jahren handelt, unterstützt die Region diese die freiwillige Weiterzahlung der Rentenversicherung mit einem Zuschuss.

Um den Beitrag für die rentenmäßige Absicherung der Erziehungszeiten kann über ein Patronat angesucht werden. Anspruchsberechtigt sind, wie eingehend erwähnt:

  • Eltern mit Kindern bis zu 3 Jahren, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen
  • Selbstständige oder Freiberufler, die ganz oder teilweise ihrer Tätigkeit fernbleiben, um sich um Ihr Kind zu kümmern

Und zwar, sofern diese Eltern freiwillig Beiträge in die Pensionsversicherung INPS – oder einem Zusatzrentenfond – einzahlen. Außerdem wird der Beitrag auch in Falle von Teilzeitbeschäftigung (höchstens 70%), als Ergänzung der einbezahlten Vorsorgebeiträge auf 100% (Vollzeitarbeitsverhältnis) gewährt. Und zwar bis zum 5. Lebensjahr des Kindes.

Außerdem müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • fünf Jahre Wohnsitz in der Region oder historischer Wohnsitz von 15 Jahren (auch unterbrochen) in der Region, davon mindestens ein Jahr ununterbrochen vor Einreichung des Gesuches
  • die Kinder müssen mit der antragstellenden Person zusammenleben
  • die zustehenden Mutterschaftszeiten müssen bereits genossen sein
  • sofern man in den Zusatzrentenfond einzahlen möchte muss man am Datum des Antrages bereits in diesen eingeschrieben sein und ein Saldo von mehr als 360,00 € bestehen

Der Antrag über das Patronat

Bevor überhaupt die Beiträge in die Pensionskasse einbezahlt werden, wird von Anspruchsberechtigten über ein Patronat um den betreffenden Landesbeitrag angesucht. Dieser Antrag muss innerhalb 31. Oktober des Jahres nach dem betreffenden Beitragsjahr gestellt werden (z.B. Gesuch innerhalb 31.10.2018 für das Fernbleiben während des Jahres 2017)! Gleichzeitig wird um Berechnung der benötigten Versicherungsbeiträge gebeten.

Daraufhin erhält die Mutter oder der Vater einen Brief, wie viel sie für die staatliche Rentenversicherung einzahlen müsste. Die Höhe dieser trimestralen Zahlung hängt von der Höhe des letzten Gehaltes ab. Erst wenn dieser Beitrag entrichtet wird, kann von der Region der Zuschuss an Mütter oder Väter, die Kleinkinder bis zu 3 Jahren betreuuen, ausbezahlt werden.

Wie hoch ist der Zuschuss der Region?

Bei der Höhe des Betrages wird unterschieden zwischen einer Einzahlung in die staatliche Rentenversicherung INPS oder einer Einzahlung in eine Zusatzrentenversicherung z.B. Pensplan. Außerdem hängt der Beitrag von der Höhe der getätigten freiwilligen Zahlung ab.

Konkret heißt das: Bei einer freiwilliger Einzahlung in das INPS wird der Beitrag in Höhe der getätigten freiwilligen Zahlungen bis zu maximal 9.000€ jährlich und insgesamt 18.000€ in maximal 24 Monaten, gewährt. Bei einer Einzahlung in einen Zusatzrentenfond sind es maximal 4.000€, die Eltern dafür erhalten. Übrigens für Väter interessant: Der Zuschuss kann bis zu 27 Monate ausbezahlt werden, wenn der Vater des Kindes nachweislich die Elternzeit für mindestens 3 Monate genossen hat. In diesem Fall erhält die Familie auch das neue Familiengeld Plus.

Allen Selbstständigen und Freiberuflern steht, sowohl für die Einzahlung in die staatliche Pensionskasse INPS – sowie auch in einen Zusatzrentenfond, ein Höchstbeitrag von 4.000€ zu.

Im Falle von Teilzeitbeschäftigung beträgt der Höchstbeitrag des Zuschusses 4.500€ im Jahr. Dieser Beitrag steht aber nicht nur bis zum 3., sondern bis zum 5. Lebensjahr des Kindes zu, sofern das Elternteil in das INPS einzahlt. Wird in einen Zusatzrentenfond eingezahlt, stehen als Unterstützung maximal 2.000€ zu, die Eltern dazubekommen und in den Zusatzrentenfond einbezahlt werden.

Nähere Informationen erhältst du auf der Homepage der Provinz Bozen.

Das Problem mit der Vorfinanzierung

Klingt gut oder? Leider können sich aber nicht alle Eltern diese freiwillige Einzahlung leisten, denn der Betrag an das INPS bzw. den Zusatzrentenfond, muss von den Eltern vorfinanziert werden. Leider konnte bisher zwischen dem Land Südtirol und dem INPS keine Regelung gefunden werden, damit Eltern  eben diesen Vorschuss nicht leisten müssen. Sofern es hierzu Neuerungen gibt, werde ich diesen Beitrag ergänzen.

In der Zwischenzeit wünsche ich dir eine schöne Zeit mit deiner Familie!

Silvia-Rabensteiner-Elternblog-aus-Südtirol

 

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