Der Tragebaby LueMai ® im Test

Die letzte Zeit haben wir über Ausflugstipps für Familien in Südtirol und süße Hundwelpen gebloggt und unsere Kategorie „Rund ums Tragen“ kam ziemlich zu kurz. Das ändere ich heute und stelle euch den LueMai von Tragebaby vor.

Der LueMai®  ist der Mei Tai des schweizer Herstellers Tragebaby. Er passt durch zwei Tunnel ab Geburt und soll laut Herstellerangaben bis Konfektionsgröße 104 passen. Wir haben den LueMai in der Schweiz bei Tragebaby bestellt und ein älteres Modell ausgeliehen und haben beide getestet. Ob die Größenangaben zutreffen und wie uns der LueMai gefällt, das möchte ich euch heute erzählen.

 

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Hier siehst du unser Einzelstück von Tragebaby. Der erste Eindruck ist toll, denn die Farben leuchten, die kleinen Füchse auf der Kapuze sind zauberhaft und die Verarbeitung ist sehr gut! Unsere große Maus, die sich ihren LueMai ausgesucht hat, hat sich sehr auf den Test gefreut. Wir wollten wissen, ob der LueMai wirklich alle unsere anderen Tragehilfen, die wir aktuell im Alltag nutzen, ersetzen kann. Damit ihr unsere Testbedingungen kennt, hier unsere Ausgangslage:

 

Unsere Testbedingungen und Fragen

  • 1. Testkind: 92 cm groß und sehr schlank
  • 2. Testkind 83 cm groß mit Babyspeck
  • Wir tragen beide Kinder nur noch selten, da beide schon lange auf eigenen Beinen laufen. Die Tragehilfe kommt unterwegs also im Notfall zum Einsatz, z.B. wenn eines der beiden Mädels nach einem langen Nachmittag auf dem Spielplatz nicht mehr nach Hause laufen kann. In diesen Situationen nutzen wir üblicherweise unsere Fräulein Hübsch Toddlersize
  • wir testen außerdem, ob der LueMai auf langen Wanderungen unsere Onbuhimos ersetzen kann. Schließlich verspricht der Hersteller, seine Tragehilfen haben den höchsten Tragekomfort. Aktuell nutzen wir auf Wanderungen den Toddler Huckepack Onbuhimo von Baby Roo und einen TrogIdi Onbu von TrogMi
  • Hält der LueMai, was der Hersteller verspricht? („Eine Tragehilfe für jedes Alter“)

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Der LueMai | Handarbeit aus der Schweiz

Nun aber zum LueMai von Tragebaby: Das Rückenteil des LueMai besteht aus sog. „Tragetuchstoff“ (diagonalelastischer Webstoff), die Kopf- und etwas kürzere Nackenstütze bestehen aus Baumwolle und der Hüftgurt und die Schulterträger bestehen aus Cord. Der Preis für einen LueMai liegt aktuell umgerechnet etwa etwa 300€. Je nach Variante kann ein LueMai aber auch um einiges mehr kosten.

Alle LueMai’s werden in der Schweiz in sorgfältiger Handarbeit hergestellt und sind alles Einzelstücke! So rechtfertigt der Hersteller auch den hohen Preis! In einer Aussendung heißt es: „Unsere Preise sind so hoch, weil ein aufwändig zu nähendes ausgeklügeltes Produkt als Einzelstück in liebevoller fair bezahlter Handarbeit* hergestellt wird. Wir könnten die Tragen sehr viel günstiger herstellen irgendwo in Indien und dabei nur 3-4 Designs anbieten, die in grossen Serien zu weit niedrigeren Preisen verkauft würden. Aber Tragebaby steht dafür, dass Herzblut und Liebe in jede einzelne Trage gesteckt wird und jedes Baby in einer einzigartigen Trage getragen werden kann. Das bedeutet kostspielige Herstellung und sehr viel Aufwand.“

* die Herstellung erfolgt in der Schweiz, einem Land mit hohem Lohnniveau

 

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Unser zweites Testkind sitzt perfekt im LueMai!

Aufbau des LueMai Mei Tai

Der Tragebaby LueMai verfügt über zwei Tunnel unten am Rückenteil, so kann der Hüftgurt in zwei unterschiedlichen Positionen eingefädelt werden. Diese schöne Idee hat Girasol für Ihren Mysol übernommen, sodass die Tragen besonders lange passen sollen. Wenn der Hüftgurt durch den oberen Tunnel gefädelt wird, ist das Rückenteil etwa 30cm hoch. Fädeln wir den Hüftgurt durch den unteren Tunnel, gewinnen wir 5 cm hinzu und die Höhe des Rückenteils beträgt etwa 35cm.

 

Mit Hüftgurt zum Halfbuckle erweiterbar

Apropos Hüftgurt: Der LueMai ist ein MeiTai, kann aber mit Hilfe eines zusätzlichen Schnallen – Hüftgurtes zum Halfbuckle erweitert werden. Dieser ist zum Teil gepolstert, aus Rippgewebe aus Bio-fairtrade Baumwolle genäht und in zwei Größen erhältlich: Größe L ist passend für einen Bauchumfang ab 70cm bis 110cm und Größe S für einen Bauchumfang ab 63cm bis 100cm. Ich finde es schön, dass beide Größen den gleichen Preis haben und somit aktuell für umgerechnet etwa 53,00€ zu haben sind.

Mein Hüftumfang entspricht in etwa genau dem, was als Maximum beider Größe S (den wir uns ausgeliehen haben) angegeben wird. Wenn es euch auch so geht und ihr die kleine Variante besitzt, achtet bitte immer darauf, die Sicherheitsschlaufe (siehe Foto) zu nutzen.

Tibetanische Bindeweise nur mit kleinem Busen!

Die Schulterträger des LueMai sind etwa 170 cm lang und der Hüftgurt zum Binden etwa 180 cm lang. Ich persönlich finde die Schulterträger leider etwas zu kurz und würde die 200 cm, die wir bei vielen anderen Herstellern finden, vorziehen. Warum? Die Schulterträger des LueMai sind sehr breit und ich habe eher schmale Schultern. Wenn ich also die Träger nicht mittels eines Brustgurtes vorne befestige, rutschen die Träger von meinen Schultern. Leider muss der Brustgurte für den LueMai separat dazu gekauft werden (25,00 €). Alternativ können wir Eltern die Schulterträgen selbst zum Fixieren nutzen, indem wir diese tibetanisch binden. Die Träger des LueMai reichen dafür in meinem Fall mit einem Brustumfang von etwa 110 cm nur sehr knapp. Bedenkt dies also beim Kauf und ordert ggf. den Brustgurt gleich dazu. Schade, dass Tragebaby hier nicht die 30cm zur „Standardlänge“ ergänzt, dann wäre das Binden auch bei größerer Brust kein Problem.

 

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Stufenlos verstellbarer Steg bis 47cm

Der Steg ist stufenlos mittels eines Klettverschlusses verstellbar und zwar von etwa 15 cm auf etwa 47 cm Stegbreite. Der Hersteller Tragebaby verspricht, dass seine Tragehilfe bis zur Kleidergröße 104 (bei dieser maximalen Breite) passt. Leider hat sich das in unserem Test nicht bestätigt, was ich sehr schade finde. Die mögliche Tragedauer einer jeden Tragehilfe hängt zwar auch maßgeblich von der Statur des Tragekindes ab, doch bei uns war der Steg bei beiden Testkindern knapp bzw. zu kurz! Hier wird der Verbraucher darüber getäuscht, wie lange die Tragehilfe wirklich passt.

Ein zu kurzer Steg führt dazu (siehe Bild oben rechts), dass die Beine herabhängen. Der Steg schneidet in den Oberschenkeln ein und die Beine schlafen ein. Die Kinder können dann auch ins Hohlkreuz gehen und es entsteht ein Zug aus dem Hüftgelenk heraus.

Unsere große Tochter war zum Testzeitpunkt genau 92 cm groß und der Steg passte schon nicht mehr. Wir würden etwa 5 – 6 cm mehr benötigen (siehe Foto oben). Diese 5 cm an Plus finden wir bspw. bei den Kokadi XL Tragehilfen, bei den Huckepacks Toddlersize und beim Buzzidil XL, die alle eine Stegbreite von etwa 50-52 cm haben. Wenn du also nach einer Tragehilfe für ein großes Klein- oder Kindergartenkind sucht, um dieses noch längere Zeit auf langen Wanderungen tragen zu können, dann schau dich bei anderen Herstellern um.

 

Die Tragehilfe für lange Wanderungen?

Leider nein! Wir haben bereits darüber geschrieben, dass zum Wandern eine Tragehilfe – anstatt der klassischen Kraxe – idealer ist. Für ältere Kinder finde ich persönlich den Steg zu kurz und wenn die Tragehilfe für Wanderungen erst später angeschafft wird, empfehle ich, nach eine größeren Toddler-Tragehilfe Ausschau zu halten. Dann habt ihr auch lange etwas davon.

Was uns bei Wanderungen außerdem gestört hat, war das Packmaß des LueMai. Der Tragekomfort ist zwar aufgrund der breiten, stark gepolsterten Schulterträger (9cm) sehr gut – leider haben sie aber auch eine entsprechende Größe bzw. Packmaß und Gewicht von etwa 900g. Für den LueMai haben wir also einen eigenen kleinen Rucksack gebraucht, denn in meinem 26 Liter Damenrucksack von Osprey habe ich ihn nicht zusätzlich zu den anderen Utensilien unterbringen können. Bei einem Onbuhimo ist das kein Problem und diese fügen sich auch besser zu unserer restlichen, ultraleichten Ausstattung. Die breiten Träger sind mir außerdem ohne Hilfsmittel, wie bereits erwähnt, immer von der Schulter gerutscht.

 

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Einzigartige Idee | Tragehilfe mit Ring

Die Tragehilfen von Tragebaby verfügen über einzigartigen Ringe. Tragebaby beschreibt die Vorteile der Ringe so: „Bei den MeiTais ist der Trägerwinkel sehr entscheidend für den Tragekomfort und die Stützung des Babys. Sind die Träger steil angebracht, wird das Baby im Nackenbereich gut gestützt. Zu steile Träger schneiden jedoch in die Schultern der Trageperson ein. Sind die Träger aber seitlich zu flach angebracht, also so, dass sie stark nach aussen zeigen, ist die Stützung des Babys schlechter, und je nach Schulterform rutscht der Träger ab den Schultern des Tragenden. Bisher gab es keinen optimalen Winkel für das Anbringen der Träger. Weil Schultern nicht gleich Schultern sind und grössere Kinder einen weniger steilen Winkel brauchen als kleine Babys, passte ein MeiTai oft nur wenigen Personen und das auch nur eine gewisse Zeit. Nach langem Überlegen und Ausprobieren kamen wir nun auf die Idee, diesen Winkel flexibel zu machen, indem wir ins Rückenpannel kleine Ringe einbauen. An diesen werden dann die Träger befestigt und rutschen somit immer an die Stelle, die für den Tragenden am angenehmsten ist.“

Eine sehr gute Idee von Tragebaby! Diese System finden wir aktuell in dieser Form bei keiner anderen Tragehilfe. Die Ringe bestehen übrigens aus Kunststoff, nicht wie normale Slingringe aus einem Aluminiumguss. Außerdem werden die Ringe in Handarbeit noch mit einer Schicht Polstermaterial und Stoff ummantelt, so dass sie farblich natürlich zur restlichen Tragehilfe passen und auch die Babyzähnchen höchstmöglich geschützt sind, falls mal drauf gekaut wird.

 

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Diese Tragehilfe ist übrigens jene, die wir uns zusätzlich zum
Testen ausgeliehen haben (mit Schnallen – Hüftgurt)

 

Zu guter Letzt kommen wir zu den Kopfstützen des LueMai – davon gibt es zwei: eine kleine, halbrunde Nackenstütze (etwa 13cm) wie ihr sie auf den ersten Fotos oben sehen könnt und die besonders für das Tragen vor dem Bauch geeignet ist. Und eine lange und raffbare Kopfstütze (24cm), die vor allem beim Tragen auf dem Rücken wichtig und praktisch ist, wenn die Kinder den Kopf nach hinten hängen lassen. Die lange Kopfstütze wird mittels langen Stoffbändern nach vorne geholt und mit Klett in Laschen befestigt. Die kleine Nackenstütze wird mit Stoffbändern hochgebunden, Laschen sind auch da vorhanden. Das also zum grundlegenden Aufbau des LueMai von Tragebaby. Und wie gefällt er uns nun?

 

UNSER FAZIT | Ist der LueMai seinen Preis wert?

Unsere große Maus findet den LueMai sehr hübsch und auch mir gefällt er besonders. Es gibt viele verschiedene Modelle – alles Einzelstücke – und da findet bestimmt jeder seinen LueMai. Ob die Tragehilfe aber diesen hohen Preis (zwischen 290 – über 500€ für die exklusiven LueMai, ohne Aufbewahrungsbeutel | Brustgurt | Schnallenhüftgurt) wert ist, ist immer eine subjektive Entscheidung. Ein Designstück kostet immer und viele Eltern haben hier auch eine andere Art des Statussymbols für sich gefunden. Für diese Eltern lohnt sich der Preis natürlich.

In unserem Fall leider nicht. In den von getesteten Anwendungsgebieten (z.B. Bergwanderungen mit leichtem Gepäck und zwei älteren Kindern) hat der LueMai leider nicht überzeugt! Das fand ich sehr schade, denn optisch macht der Mei Tai definitiv etwas her und er trägt sich auch bequem.

Im Vergleich zum Mysol von Girasol z.B. finde ich vor allem den Hüftgurt sehr bequem. Er ist sehr viel breiter als beim Mysol und gut wattiert, sodass er nicht einschneiden kann. Der Mysol ist übrigens ein anderen MeiTei, der ebenso von sich behauptet, von Geburt bis zum Ende der Tragzeit zu passen, deshalb hier der Vergleich (Stegbreite Mysol übrigens max. 50cm).

Was mich aber sehr gestört hat, war die Größe. Der LueMai ist wegen des dicken Cordstoffes, den breiten dicken Träger und auch den Ringen ein riesen Paket. Wenn ich ihn unterwegs mitnehmen wollte, fand ich kaum einen Platz zum Verstauen, während der Mysol ganz klein zusammengepackt im mitgelieferten Rucksack Platz findet und viel kleiner ist. Übrigens: Mit dem LueMai kommt kein Beutel zum Verstauen.

 

Das Tragegefühl

Der Tragekomfort bzw. das Tragegefühl ist natürlich auch ein wichtiger Punkt für oder gegen eine Tragehilfe. Dieses war, wie oben schon erwähnt, gut. Doch wenn ich es mit unseren anderen Tragehilfen z.B. einer Fräulein Hübsch Toddler oder unseren Onbuhimos vergleiche, finde ich es nicht so viel besser, dass ich dafür einen Aufpreis von etwa 180€ in Kauf nehmen würde. Der Onbu von Huckepack hat auch schön weiche, wattierte und breite Schulterträger. Auch diese des TrogIdi Onbuhimos sind sehr schön breit und bestehen ebenso aus Cord.

 

Zusammengefasst haben mich also folgende Punkte gestört: 

  • großes Packmaß
  • kein Tibetian Finish möglich (bei großer Brust)
  • Tragedauer nicht wie angegeben (Steg zu kurz)

Aufgrund dieser angesprochenen Punkte kam der LueMai bei uns selten bis nie zum Einsatz, auch meinen Mann überzeugte er nicht. Eltern, die eine Tragehilfe suchen, die von Geburt bis zum Ende der Tragezeit reicht, sollten sich dennoch den LueMai und den Mysol anschauen und bei einer Trageberaterin in eurer Nähe testen. Für die Allerkleinsten bevorzuge ich das Tragetuch!

Das war’s mit unserem Fazit zum LueMai. Wenn du dich für weitere Tragehilfen interessiert, schau doch mal im Blogpost zur Limas Babytrage vorbei. Weitere Meinungen zum Mysol und LueMai erhältst du übrigens auch bei Laetizia.

 

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Der Tragebaby LueMai ® im Test

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